Hochbegabung (& Hypersensibilität)
Braucht jemand, der besonders begabt ist, ein Coaching? Sicher nicht wegen der Begabung, vielleicht aber wegen dem, was daraus folgt. Wie alles im Leben, hat auch Hochbegabung ihren Preis. Die Stärke ist zugleich oft die Schwäche. Besonders Begabte (2–3% aller Menschen) haben Probleme, die andere nicht kennen. Sie …
- denken komplex, systematisch und tiefgründig – und haben Schwierigkeiten beim Lösen einfacher Aufgaben (Knopf annähen, Fahrplan lesen)
- können sich gut konzentrieren – und versinken ohne Zeitgefühl (und verpassen den Bus)
- haben ein gutes Gedächtnis für Wesentliches – und vergessen einzukaufen
- wollen selbst denken – und leiden oft an Unterforderung, langweilen sich, sind ungeduldig
- reagieren seismographisch auf soziale Spannungen und Ungerechtigkeiten – und sind sehr verletzlich
- nehmen sensibel ihre physische Umwelt wahr – und sind genau so empfindlich gegenüber Lärm, Licht, Schmerz und Berührung
- suchen die Einsamkeit um nachzudenken – und haben oft das Gefühl, nirgendwo eine Heimat zu haben
Menschen brauchen Zugehörigkeit. Ein Mangel daran erzeugt seelisches Leid.
Möglicherweise finden Sie in der „Diagnose Hochbegabung“ eine Erklärung für „unklare Beschwerden“.
- Sie sind oft, scheinbar grundlos, gereizt, depressiv oder unsicher.
- Sie fühlen sich zwar irgendwie befähigt, sind aber trotzdem (oft gerade deshalb) nicht erfolgreich.
- Sie haben das Gefühl, dass es kaum wirkliche Herausforderungen für Sie gibt - und Sie sich gleichzeitig durch Schule und Studium gemogelt haben.
Die wenigsten denken dabei an eine Hochbegabung. Begabung ist, ebenso wie Temperament, nicht veränderbar. Wir können aber lernen, unser Anderssein zu akzeptieren und damit umzugehen.
Nicht immer gelingt es, Veränderungen eine positive Richtung zu geben (sonst gäbe es keine seelischen Störungen). Was aber ist die Alternative zu Veränderung?
