Wird fortlaufend verändert und erweitert...
Klare Begriffe erleichtern das Denken. Deshalb möchte ich hier zunächst einige vielverwandte Begriffe beschreiben.
Erfolg, Leistung und Nutzen
"Erfolg" ist eine beliebte Worthülse, in der Regel jedoch inhaltsleer. Er ist die Darstellung dessen, was ich getan habe, ungeachtet der dahinter stehenden Leistung und mündet nur allzu oft in eine fragwürdige Selbstdarstellung. Erfolgsorientierte haben kein vorrangiges Interesse an der Aufgabe. Erfolg dient wohl der Reputation und unterstützt die Karrierebemühungen des Einzelnen. Dem Unternehmen nützen Erfolge höchstens in der Außenwirkung. Betriebsintern fördert Erfolgsstreben Konkurrenzdenken, Mobbing und Missgunst.
Leistung kann als ein „Maß der Selbstüberwindung“ betrachtet werden, das notwendig ist, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Zur Verdeutlichung: ein Spitzensportler, der auf regionaler Ebene einen Wettbewerb gegen eine vergleichsweise schwache Konkurrenz gewinnt, hat sicher einen Erfolg erzielt. Eine Leistung ist dies aber erst dann, wenn er sich z. B. nach Kräften bemüht hat, seine bisherige Leistung zu erreichen oder zu überbieten. Genau so kann eine Niederlage gegen einen stärkeren Gegner, trotzdem mit einer großen Leistung des Unterlegenen einhergehen.
Selbstüberwindung führt fast zwangsläufig zu Leistung, wenn sich eine Person einer Aufgabe verpflichtet fühlt, sich möglichst mit ihrem Handeln identifiziert. Dem Wesen dieser Selbstverpflichtung entspricht, sich an den eigenen Maßstäben zu orientieren. Der eigene Anspruch als der gültige Maßstab, schließt konkurrentes Verhalten zu anderen aus und fordert Selbstverantwortung. Es geht nicht darum, besser oder schlechter, Sieger oder Verlierer, zu sein. Nur wenn Leistungen und Inhalte zählen, wird fairer Wettbewerb möglich. Leistungsbereite finden die Motivation zur Arbeit vor allem in sich selbst: Sie arbeiten freiwillig.
Der Nutzen, der aus einer Arbeit entsteht, ist jedoch das eigentlich Interessante für ein Unternehmen. Weder Leistungen noch Erfolge sind betriebswirtschaftlich relevant. In der ökonomischen Bilanz erscheint, mit welchem Einsatz, mit welcher Effizienz, ein Ergebnis erreicht wurde. Wie sehr sich ein Mitarbeiter dabei bemüht hat, ist im Grunde nur für den Mitarbeiter selbst von Bedeutung.
Die Frage, welche Bedingungen ein Unternehmen zu erfüllen hat, damit dessen Mitarbeiter hohe Leistungen und großen Nutzen erzielen können, wird zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert.
